Nachdem ich schon unzählige Stunden in Shootern verbracht habe, lockte mich die Ankündigung eines neuen RPGs. Große Erwartungen, die leider nur teilweise erfüllt wurden.
Als jemand, der seine Gaming-Karriere in den FPS-Arenen dieser Welt begann, zieht mich gelegentlich die Sehnsucht nach etwas langsamerem, erzählerischem Gameplay. RPGs haben da oft das gewisse Etwas, und die Trailer zum neuen Titel versprachen eine epische Reise in eine Welt voller Magie und Abenteuer. Also, Controller in die Hand und los!
Die Grafik ist durchaus ansprechend, die Landschaften sind detailreich gestaltet, und die Charaktermodelle sind solide. Die musikalische Untermalung ist ebenfalls gelungen und trägt zur Atmosphäre bei. Aber das ist leider auch schon fast alles, was ich positiv hervorheben kann.
Die Geschichte wirkt leider sehr generisch. Die Charaktere bleiben blass und entwickeln kaum Tiefe, wodurch es schwerfällt, eine emotionale Bindung aufzubauen. Die Dialoge sind hölzern, und die Erzählweise zieht sich teilweise zäh dahin. Viele der spielmechanischen Aspekte wirken angestaubt, und es fehlt an Innovation. Das Kampfsystem ist anfangs noch ganz nett, wird aber schnell repetitiv und bietet wenig taktische Tiefe. Die Gegner-KI ist teilweise unterirdisch, was die Kämpfe zu einer eher eintönigen Angelegenheit macht.
Ich habe das Spiel bis zum Ende gespielt, in der Hoffnung, dass es sich noch steigert, aber leider blieb das erhoffte Feuerwerk aus. Die vielen Ladezeiten zwischen den einzelnen Gebieten sind mehr als nervig und rauben einem den Spielspaß. Der Schwierigkeitsgrad ist zu einfach, und es gab keine Herausforderungen, die mich als erfahrenen Gamer wirklich gefordert hätten.
Für Fans des Genres mag das Spiel vielleicht ein netter Zeitvertreib sein, aber mich konnte es leider nicht überzeugen. Es fehlte an Innovation, Tiefgang und spielerischer Finesse. Schade, denn das Potenzial war definitiv vorhanden. Ich bleibe lieber in den FPS-Arenen und warte auf das nächste RPG-Highlight.